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Archiv 2010 - Firmengeschichten: Klepper Teil I, II, III, IV, V, BREWI, Prijon, Eskimo, Grabner, Kober & Moll

Klepper Faltboote - Firmengeschichte

Im Jahre 1907 erwarb der Rosenheimer Schneidermeister und Wassersportler Johann Klepper die Lizenz von Alfred Heurich, dem Urheber der modernen Faltbootidee, für die Alleinfabrikation des Bootstypes Delphin. Er verwirklichte damit seinen Traum: Ein Boot zum Mitnehmen herzustellen.



In den Anfangsjahren wurde Johann Klepper (1868-1949) noch belächelt, als ‚spinnender Schneider’ abgetan und war dem Spott und Hohn der Kritiker ausgesetzt. Dies konnte ihn bei der Verwirklichung seiner Idee jedoch nicht bremsen. 1919 gründete er mit Karl Stich die Firma ‚Klepperwerke GmbH’ die in das Dachgeschoss des Klepperhauses in Rosenheim einzog.



Das Gerüst des Delphin bestand aus Bambusstäben auf denen schwere Beschläge befestigt waren. Der Stoff war mit einem schmiegsamen Lackanstrich überzogen der das Material wasserdicht versiegelte.

Johann Klepper war klar, dass die Konstruktion von Heurichs „Delphin“ noch weit von einem benutzerfreundlichen Serienboot entfernt war. Die Bootsentwicklung ging weiter. Durch eine massive Eschenholzkonstruktion und eine Kniehebelspannung erreichte man eine gute Längssteifigkeit und eine optimale Spannung zwischen Haut und Gerüst. Diese Konstruktion ermöglichte erstmals den Bau eines stabilen Zweisitzers. Die Entwicklung und Fabrikation eines ausgereiften Faltbootes sowie die zahlreichen Präsentationen auf Ausstellungen durch Johann Klepper machten das Klepper Boot zum Faltboot Nr.1 der Welt.



Bereits Ende der 1920er Jahre wurden täglich 90 Faltboote produziert

1929 übernahm Hans Klepper (1903-1967) die Firma, baute die Produktpalette aus und exportierte die Klepperfaltboote weltweit. Von der Qualität seiner Produkte überzeugt, brauchte er die Konkurrenz weltweit nicht zu fürchten. Eine in der Geschichte der Klepper Werke immer wieder auftauchende Niederlassung war die Hans Klepper Corporation in New York.



Klepper-Vagabund-Zweier, 1932

Bevor ein neuer Bootstyp auf den Markt kam wurden Form, Materialien und Haltbarkeit lange auf Herz und Nieren geprüft und abgestimmt. Erst nach unzähligen Tests, die unbeschadet überstanden werden mussten, war das neue Boot würdig den Namen Klepper zu tragen.



Mitte der 1950er Jahren kam der Klepper Aerius auf den Markt. Das Boot zeichnete sich durch eine absolute Neuheit aus, zwei seitlich eingearbeitete Luftschläuche. Diese Luftschläuche machen das Boot auch heute noch unsinkbar und im Handling weitgehend kentersicher. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich der Aerius zum bestverkauften Klepper-Boot des Programms und wird auch heute noch in verbesserter Form gebaut.



"Hätten Sie je gedacht, daß es möglich wäre, in ein Faltboot fünf Personen zu setzen, ohne daß dieses Boot untergehen würde?" – Klepper Aerius 1954

Eine Erfolgstory schien in den 1970er Jahren mit dem Aufkommen der Kunststoffkajaks zu Ende zu gehen.

1972 kaufte Herbert Michalke die Firma und brachte sie erneut in die Gewinnzone. 1978 musste die Firma jedoch den Betrieb einstellen.

Aufgrund weiterer Nachfrage nach Faltbooten begann der Rosenheimer Hermann Siegesmund Walther, Klepper Faltboote in Lizenz zu fertigen. 1981 wurde die H:S:Walther GmbH gegründet.

Am 14. Oktober 1995 zerstörte ein Großbrand die Gebäude der H:S:Walther GmbH bis auf die Grundmauern. Alle Unterlagen, Werkzeuge, Schnitte und die nicht zu ersetzenden historischen Boote und Gerüste fielen den Flammen zum Opfer. Das Ende der Klepper Faltboote schien besiegelt.

Dem großen persönlichen Einsatz aller Mitarbeiter ist es zu verdanken dass, nach dem Neubau der Fabrik, bereits im März 1996 das erste Boot nach dem Brand fertig gestellt werden konnte. Dieses Boot ist heute im Ausstellungsraum des KLEPPER Museum e.V. im Klepperpark zu sehen. Es trägt die Unterschriften aller seinerzeit an der Produktion beteiligten Mitarbeiter.

1998 erwarb Dr. Henning Isbruch von Dr. Hans Carl Walther, der in den USA lebt, die Firma. Dr. Isbruch hat Hermann Siegesmund Walther bereits seit der Firmengründung im Jahre 1981 beratend begleitet. Seit dem Jahr 2000 wird die KLEPPER Faltbootwerft H.S. Walther GmbH als KLEPPER Faltbootwerft Aktiengesellschaft erfolgreich weiter geführt.



Alle Original KLEPPER Faltboote werden nach wie vor in aufwendiger, sorgfältiger Handarbeit in Rosenheim gefertigt. Jedes Original-KLEPPER-Faltboot ist ein Unikat und nur echt mit der Lizenznummer. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

In Rosenheim befinden sich das KLEPPER Museum e.V. und die KLEPPER Faltbootwerft.

Fotos: Klepper Museum e.V und Klepper Faltbootwerft
Bericht: Ilse Entner, 12/2009

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