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Archiv 2009

Paddeln im vorigen Jahrhundert - Teil 6 / Erstbefahrungen in den Ostalpen

Nach allen Himmelsrichtungen haben Flusswanderer unseren alten Kontinent durchstreift. Der mitteleuropäische Raum ist wohl ziemlich restlos 'erschlossen', und besondere Neuentdeckungen stehen uns kaum noch bevor. Jedes Gebiet vermag durch seine besonderen Reize zu fesseln. Wenn aber jemand einen besonderen Sommerurlaub zu erleben gedenkt oder ein mit allen möglichen Wassern gewaschener Kanute sich die Frage stellt, 'Was muß man gemacht haben?', dann gibt es nur eine Antwort: EINEN FLUSS IN DEN ALPEN!



Foto links: 1938 Erstbefahrung des Fritzbachs, Paddler: Kurt Sigritz, Foto: Theo Bock
Foto rechts: 1932 Erstbefahrung der Bregenzer Ache, Paddler: Franz Schulhof im Einer

Der FRITZBACH, ein Nebenfluss der Salzach, wurde 1938 durch Theo Bock und Kurtz Sigritz, München, erstmals ab Hüttau befahren. Die 11 km lange Fahrt führt nahezu pausenlos über schwerste Katarakte und dürfte nicht allzu oft wiederholt werden.

Die BREGENZER ACHE wurde im Mai 1932 durch Staelin und Schulhof vom Hochschulring deutscher Kajakfahrer erstmalig ab Bahnhof Lingenau-Hittisau befahren

BRANDENBERGER ACHE - Eine Besichtigung des Triftsteiges ist nur zu empfehlen, weniger eine Befahrung, wenn auch dies schon unternommen wurde (Mai 1931 durch Dauschek und Seelos, TWV. Innsbruck).

BRIXENTALER ACHE - Die Erstbefahrung erfolgte im August 1930 durch Dauschek und Seelos, TWV. Innsbruck.

ÖTZTALER ACHE - ist für eine Befahrung nicht geeignet, wenn auch das letzte Stück bis zur Mündung, anläßlich von Filmaufnahmen, durch Höfler, Innsbruck, befahren wurde.

STEYR - die Erstbefahrung erfolgte 1930 durch HDK.-Gruppe: Frentz, Alber, Holbeck, Rautenfeld, Busch und Kratz. Ab Klaus bis Mündung war schon Jahre vorher die Steyr das Ziel einheimischer Paddler.

SANNA, Trisanna, Rosanna - Ab St. Anton haben 1935 Plattner, Langer und Neuhauser, Innsbruck, diesen Wildbach erstmals versucht. Theo Bock und Kurt Sigritz, München, haben dann 1939 die noch unberührt gebliebene Wolfsschlucht ebenfalls bezwungen.

LIESER - 'Die Lieser ist bei keinem Wasserstand durchwegs befahrbar und kann trotz ihrer großen landschaftlichen Schönheit zur Befahrung nicht empfohlen werden. Sie wird nur ganz großen Könnern vorbehalten bleiben.'
Die 11 km lange Strecke von Gmünd bis zur Seebacher Brücke wurde im Juni 1934 durch Franz v. Alber und Begleiter, der mehrmals kenterte, erstmalig befahren. Die Schwierigkeit wurde mit V angegeben, das Seebacher Wehr wurde rechts übertragen. Die weitere, 3 km lange Strecke durch die Lieserschlucht wurde ebenfalls durch Franz v. Alber am 24. Juli 1936 erstmalig bezwungen und deren Schwierigkeit mit VI eingestuft. Das durchschnittliche Gefälle von Gmünd bis Spittal beträgt 12,7 .



Der Salzarechen wurde mit ganz unglaublicher Schneid gefahren. Ob mit, oder ohne Klauswasser ..., stets war der Ehrgeiz die Triebkraft, vor dem kritischen Kamera-Auge würdig zu bestehen

Quelle: Int. Fluß- und Zeltwanderführer der Ostalpen, 1952
Fotos: Österreichischer Kajaksport, 1932

Bericht: Ilse Entner, 12/2006

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