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Archiv 2009

Paddeln im vorigen Jahrhundert - Teil 1 / Die Faltbootzeit



‚Das vorige Jahrhundert’ klingt schon ziemlich weit weg was es ja gar nicht ist. Aber gerade im Wildwassersport hat sich da einiges getan. Kaum zu glauben was mit den Booten der damaligen Zeit geleistet wurde.

1905 - Der 'Delphin' von Alfred Heurich
'Vor einem aber hat die Ausbreitung des Paddelns seinerzeit haltgemacht. Das war der Wildfluß, der heute noch in Flußwegweisern als unschiffbar gilt, und es für starre Boote bis zu einem gewissen Grade allerdings auch ist. Das passende Boot fehlte noch zu einer Zeit, wo auf den Gewässern der Niederung längst starker Betrieb war. Dieses Boot, das heute infolge seiner Verbesserung und anderer Überlegenheiten, von welchen noch die Rede sein muß, auch im Gebiete der ruhigeren Wasser dem festen Boot ebenbürtig zu sein schon begonnen hat, schuf Architekt H e u r i c h als Student der Technischen Hochschule München im Jahre 1905. (Quelle: Carl J. Luther, 1923)

Faltoote in Oberbayern - Eine Auswahl:

1907 - Klepper Faltboote
Johann Klepper aus Rosenheim hat sich 1907 die Rechte für den Bau des Bootes 'Delphin' vom Leipziger Studenten Alfred Heurich gesichert. Ende der 20er Jahre gingen täglich bis zu 90 Klepperboote vom Stappel. Die Firma Klepper wurde mit ihren Faltbooten Marktführer.
Einige Meilensteine auf dem Weg des Klepperbootes zum Welterfolg:

  • 1928 Atlantiküberquerung in 58 Tagen durch Kapitän Romer
  • 1936 alle olympischen Faltbootsiege gingen an Klepper, 6 goldene, 6 silberne, 6 bronzene
  • 1950 umwälzende Neuerung im Faltbootbau durch den unsinkbaren Klepper-Aerius

1950er Jahre - Pionier Faltboote
Die 'Pionier - Faltbootwerft und Zeltfabrik' stand in Bad Tölz und wurde von Hoeflmayer und Locher betrieben.



"Wer ein Faltboot kauft und sein gewiß nicht leicht verdientes Geld dafür hinlegt, kann mit Recht höchsten Gegenwert verlangen.....Wir verwenden daher für alle Holzteile das zwar teure, aber besonders zähe Eschenholz in ausgesuchter Qualität. Um eine besonders lange Lebensdauer zu erzielen, werden alle Holzteile zweimal in hochwertigen Bootslack getaucht. Alle Metallteile sind rostfrei, die Steven- und Waschbordspitzenbeschläge als besondere Zierde des Bootes hochglanz verchromt. Als Bootshaut vernähen wir auf Grund langjähriger praktischer Erprobung die Silberhaut mit einem starken Kerngewebe und einer feinfädigen Außenauflage. Jede Bootshautlieferung wird vor der Verarbeitung im Betrieb mit Spezialprüfeinrichtungen auf größte Haltbarkeit geprüft. Bootsdeck und Spritzdecke bestehen aus kräftigem, indanthren-gefärbtem und imprägniertem, königsblauem Baumwollsegeltuch."
(Qelle: Pionierprospekt aus den 1950er Jahren)


Faltbootfirmen im Großraum München:
Berger, Fimax Faltbootwerft, Gries, Hart, Münchner Faltbootwerft u.v.m.

Das Paddel der 1950er Jahre
"7 faches Mehrschichtenblatt nach ganz neuem Verleimungsrinzip, verchromte Hülsen, farbiger Combi-Randschutz als längst notwendige Neuheit, statt Kupfer ein stabiles Querholzende verleimt, elegante Skullblattform, Blattbreite 17 cm. Dieses neue Paddel wird von der Zunft der Wildwasserfahrer begeistert aufgenommen. Länge 220 cm. DM 11.90" (Quelle: Sport Bock Prospekt der 1950er Jahre)

Faltbootzubehör
Paddel, Rucksack, Stabtasche, Spantentasche, Spritzdecke, Bodendecke, Bootswagen, Schwamm, Fangleinen, Treidelleine, Spitzenbeutel, Rückenkissen.

Reparaturzeug
Gummikitt aus der Dose, Gummistoff, Rolle Raparaturstreifen, Sandblatt, Benzin, Paraffin, Stopfnadel, Hanfzwirn, Fingerhut, Isolierband, Schnur, Sortiment Messinholzschrauben, Nagelbohrer, Flachzange .... usw. (Quelle: Herbert Rittlinger, 1950)



Abgewogen wurde die Gesamtausrütung zwar nie aber sie dürfte ca. 50 kg gewogen haben.
Die Faltboote waren ca. 4,50 m lang, ca. 66 bis 68 cm breit und hatten ein Gewicht von ca.20 kg

Bericht: Ilse Entner, 10/2006


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